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„Mit den Aufgaben wachsen die Kompetenzen“

Normen Ludwig-von Paledzki verantwortet seit zwei Jahren als COO (Chief Operating Officer) verschiedene Bereiche wie das Controlling, die Budgetierung, Finanz- sowie Personalplanung von SH-Tools. Nebenher führt er seit zehn Jahren seine eigene Agentur für Design und Medien. Der 39-Jährige ist verheiratet und Vater von 2 Kindern.
Im Interview verrät Normen, in welche Richtung sich SH-Tools entwickelt, wie die Arbeit ihn verändert hat und bei welchen Büchern der Privatmensch Normen entspannen kann.

Normen, Du bestimmst seit zwei Jahren die Geschicke von SH-Tools maßgeblich mit. Was macht die Arbeit hier so besonders?

Darauf müsste ich zwei Antworten geben: eine, die sich auf das Produkt, die andere, die sich auf SH-Tools als Unternehmen bezieht. Die ToolBox 4.0 unterschiedet sich grundlegend von anderen Datensammlern, wir verfolgen ein gänzlich neues Konzept. Nach einer einfachen, schnellen Installation erfassen die Sensoren die Daten, schicken sie in die Cloud. Du bekommst sofort die Daten angezeigt, die Du sehen willst beziehungsweise musst. Zeigt die App 50° Temperatur und 3 mm Schwingung, dann weiß ich sofort, wo der Normbereich ist und was ich tun muss, um dahin zu kommen.

Gibt es weitere USPs der ToolBox 4.0?

Ja, sie ist kostengünstig und überall am Aggregat einsetzbar. Außerdem ist die ToolBox 4.0 eine All-in-one-Lösung, alle nötige Hardware befindet sich in einem Gerät. Dazu kommt, dass wir keine Produkte herstellen, die man nur mit einem abgeschlossenen Ingenieurstudium versteht. Hier liegt auch eine unserer Spezialisierungen. Die Bedienung und Installation der ToolBox 4.0 ist so einfach wie möglich. Der Kunde muss die ToolBox an eine Stromleitung und danach an eine neue oder vorhandene 4-20 mA Sensorik anschließen, das wars. Eine langwierige Konfiguration entfällt. Niemand muss mehr komplizierte Handbücher wälzen, die Bedienung erfolgt intuitiv.

Und was ist das Besondere an SH-Tools als Unternehmen?

Wir sind ein Unternehmen, dass noch immer den Charme eines Startups besitzt. Dann haben wir einen Investor, der sich auf dem Feld der Ersatzteilbeschaffung und Warenlager, kurz der Supply-Chain sehr gut auskennt. Wir sind klein und werden vergleichsweise klein bleiben, haben aber diesen Partner, der groß und kompetent ist, und uns machen lässt, was wir am besten können. Diese Kombination ist für uns ideal, weil andere Marktbegleiter, die ähnliche Produkte anbieten, meist groß und unbeweglich, teilweise seit Jahrzehnten am Markt und entsprechend schwerfällig sind. Da geht es lange um Budgetierung und Projektierung, zahlreiche Hierarchien wollen mitreden; bis der Projektstart kommt, sind Jahre ins Land gegangen. Wir hingegen sind flexibel und machen einfach: Die Entwicklung der ToolBox 4.0 hat fünf Jahre gedauert, zweieinhalb Jahre haben wir für Feldtests aufgewendet und in Summe sieben Varianten bis zur heutigen ToolBox 4.0 entwickelt.

Welche mittel- bis langfristige Vision hast Du für SH-Tools?

Das Stichwort EAAS (Equipment as a service) ist in dem Zusammenhang wichtig. Produkte werden nicht verkauft, sondern im Rahmen eines Komplettservices gegen eine Gebühr bereitgestellt. So hat es Rolls Royce schon vor Jahren gemacht. Sie haben ihre Triebwerke nicht einfach veräußert, sondern nach Flugstunden abgerechnet. Dieses Beispiel wird in Zukunft auch in anderen Industriezweigen Schule machen. Man verkauft also dem Kunden keine Maschine für, sagen wir, 8000 Euro, sondern berechnet die Stundennutzung. Das Angebot gilt als All-in-One-Lösung, man bekommt den Service, die Wartung und das Monitoring dazu. Zu einem solchen Anbieter werden wir uns entwickeln, die ToolBox 4.0 anderen Dienstleistern und OEMs als 360°-Lösung anbieten.

Welche Vorteile wird der Kunde dadurch erhalten?

Wenn ich wissen will, wie der Servicestand der Maschine ist, ob ein Servicemitarbeiter rausfahren soll, muss ich die entsprechenden Daten zur Verfügung haben. Ich benötige also eine Stand-Alone-Lösung wie die ToolBox 4.0, die ich in jede Anlage integrieren kann. Ich kann unabhängig von meinem Standort auslesen, wie es der aktuelle Zustand der Anlage ist, ob die Wartungsintervalle eingehalten werden, wann der nächste Service ansteht. Dazu kommt, dass sich Kunden nicht damit auseinandersetzen müssen, tausende Teile am Lager zu haben. Wir errichten mit unserem Shareholder gemeinsam einen geschlossenen Kreislauf, indem immer genauso viele Ersatzteile zirkulieren, wie benötigt werden.

Kommen wir zur Privatperson Normen. Was unternimmst Du, um vom Job abzuschalten?

Ich lese viel, beispielsweise Sachbücher zum Thema Selbstoptimierung. Ich mag die Inputs, die man aus solchen Büchern ziehen kann. So habe ich beispielsweise das Buch „Die 1%-Regel“ gelesen, da geht es um Eigenmotivation und darum, nacheinander Kleinigkeiten zu verändern. Wenn ich eine tägliche Aufgabe erledigt habe, kann ich gleich die dazu passende mit erledigen. Beispiel: Man geht joggen, anschließend Duschen und putzt danach das Badezimmer. Also seine Angewohnheiten langsam, eine nach der anderen zu verändern, bis man sein persönliches Optimum erreicht hat. Damit beginne ich meinen Tag: Morgens, um 5:30 Uhr, bevor die Familie wach wird, sitze ich im Sessel, trinke den ersten Kaffee und entspanne bei dieser Art von Sachbüchern. Außerdem gehört Laufen zu meinen Hobbys, 2016 bin ich Marathon gelaufen. Jetzt geht es wieder los: Zunächst laufe ich drei Kilometer am Tag, später dann fünf, um in drei Monaten meine Leistung auf zehn Kilometer zu steigern.

Letzte Frage: Hast Du Dich durch die Arbeit mit SH-Tools als Person verändert?

Ich bin seit über zehn Jahre selbstständig, bei SH-Tools arbeite ich seit zwei Jahren. Da kamen zur Kreativarbeit Jobs wie Marketing, Controlling, Mitarbeiterführung, Budgetierung, Finanzplanung. Ja, ich glaube schon, dass sich der Mensch und die Persönlichkeit durch die neuen Anforderungen ändern. Mit den Aufgaben wachsen die Kompetenzen. Ich wurde energischer in meiner Art, Pläne zu verfolgen. Wir haben einen neuen Investor benötigt, nachdem unser Privatinvestor rausgegangen war. Anschließend haben wir gezielt nach einem Industrieinvestor gesucht. Der hatte andere Ansprüche an uns, an denen ich wachsen konnte. Die Anforderungen des Jobs bei SH-Tools haben mich strategischer, planvoller und konsequenter gemacht.

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